Wann machen Challenges das Training besser?
Kurz gesagt
Eine Challenge ist dann hilfreich, wenn ihre Regeln das gewünschte Üben attraktiv machen. Beginne deshalb mit der Frage: Was sollen die Spieler häufiger versuchen, erkennen oder besprechen? Erst danach kommen Punkte, Level oder Teamaufgaben. Das ist eine praktische Folgerung aus der Forschung zu Gamification. [1, 2]
Was dahintersteckt
Gamification bedeutet, einzelne Spielelemente in eine andere Tätigkeit einzubauen. Richard Landers beschreibt dafür einen entscheidenden Zusammenhang: Spielelemente sollen lernrelevantes Verhalten verändern. Eine Punktzahl allein liefert noch keinen guten Lerninhalt. Seine Arbeit ist ein theoretisches Modell, kein Wirksamkeitstest jeder Challenge. [1]
Eine zusammenfassende Auswertung aus Bildungskontexten findet im Durchschnitt Lernvorteile. Die Befunde zu Motivation und Verhalten werden allerdings unsicherer, wenn nur methodisch stärkere Studien berücksichtigt werden. [2] Eine Forschungsübersicht zum jugendlichen Schulsport von 2025 berichtet ebenfalls häufig bessere Motivation; Vorteile für motorische Fähigkeiten bleiben unklar. [3]
Für Tischtennis folgt daraus: Begeisterung während einer Aufgabe und Lernen sind zwei verschiedene Prüfsteine. Eine lebhafte Halle zeigt noch nicht, ob ein Rückschlag später im Spiel besser gelingt.
Am Tisch ausprobieren
Euer Lernziel lautet: Rückschläge bewusst auf zwei vereinbarte Bereiche verteilen. Spielt eine kooperative Runde: Als Paar sammelt ihr gelungene Platzierungen. Beide müssen zu beiden Bereichen beitragen. Legt die Zielgröße so fest, dass ihr Entscheidungen treffen und weiter ausprobieren könnt.
Spielt anschließend einige normale Punkte ohne Bonusregel. Beobachtungsfrage: Nutzt ihr die Platzierungen weiterhin passend, oder habt ihr vorher vor allem Punkte für die Challenge gesammelt? Die konkrete Regel ist unser Praxisvorschlag, kein geprüftes Forschungsprotokoll.
Für Trainer
Prüfe, welches Verhalten die Wertung tatsächlich belohnt. Eine lange fehlerfreie Serie kann vorsichtiges Schieben attraktiv machen, obwohl ihr mutige Eröffnungen üben wolltet. Passe die Regel an das Lernziel an. Frage auch ruhigere Spieler, wie sie die Aufgabe erleben.
Für Eltern
Lass dein Kind erklären, worin die Herausforderung bestand und was es ausprobiert hat. Eine Belohnung zu Hause für jeden gewonnenen Trainingspunkt würde ein weiteres Ziel hineinbringen. Besprecht lieber, ob die Challenge Spaß gemacht und Neues ermöglicht hat.
Was wir noch nicht wissen
Quellen
- Landers, R. N. (2014). Developing a Theory of Gamified Learning: Linking Serious Games and Gamification of Learning. Theoretischer Rahmen für den Zusammenhang zwischen Spielregel, Lernverhalten und Lernergebnis.
- Sailer, M. & Homner, L. (2020). The Gamification of Learning: a Meta-analysis. Unterscheidet Lernen, Motivation und Verhalten und prüft die Stabilität der Ergebnisse.
- Sal-de-Rellán, A., Hernández-Suárez, Á. & Hernaiz-Sánchez, A. (2025). Gamification and motivation in adolescents. Systematic review from Physical Education. Aktuelle Ergänzung aus dem Schulsport; motorischer Nutzen und Langzeitwirkung bleiben offen.