Was gehört in ein Trainingsjournal?
Kurz gesagt
Ein nützliches Trainingsjournal verbindet dein Vorhaben, eine konkrete Beobachtung und den nächsten Schritt. Drei kurze Sätze können dafür reichen. Entscheidend ist, dass du die Notiz beim nächsten Training wieder aufgreifst. Das Format ist unser Praxisvorschlag, keine wissenschaftlich festgelegte Mindestlänge.
Was dahintersteckt
Selbstreguliertes Lernen bedeutet, das eigene Lernen mitzugestalten: planen, beobachten, auswerten und anpassen. In einer Untersuchung jugendlicher Fußballspieler hing stärkeres Nachdenken über das eigene Lernen mit höherem Leistungsniveau zusammen. Das zeigt einen Zusammenhang, aber nicht, dass ein Tagebuch Spieler automatisch besser macht. [1]
Eine zusammenfassende Auswertung von Experimenten aus verschiedenen Lebensbereichen liefert einen ergänzenden Baustein: Menschen erreichten ihre Ziele im Durchschnitt eher, wenn Maßnahmen sie zum Überprüfen ihres Fortschritts anregten. In Studien, in denen der Fortschritt schriftlich oder auf andere Weise festgehalten wurde, waren die Effekte im Durchschnitt größer. [2]
Gemeinsam stützen die Quellen die Idee, aus Erfahrungen eine nächste Handlung abzuleiten. Sie prüfen weder unser Drei-Satz-Format noch seine Wirkung im Tischtennis. Ein Journal kann außerdem keine Beobachtung ersetzen, die du gar nicht gemacht hast: „Alles schlecht“ sagt wenig darüber, was sich verändern lässt.
Am Tisch ausprobieren
Schreibe nach einer Einheit:
- Mein Vorhaben: „Ich wollte lange Rückschläge gezielt in die Rückhand spielen.“
- Meine Beobachtung: „Bei bekannten Aufschlägen gelang das; bei wechselnder Länge entschied ich oft spät.“
- Mein nächster Versuch: „Ich bitte meinen Partner um wechselnde Längen und beobachte, wann ich mich entscheide.“
Lies die Notiz vor dem nächsten Training. Ergänze danach, ob deine Vermutung passte. Beobachtungsfrage: Hat mein Eintrag die nächste Einheit konkreter gemacht? Halte auch gelungene Lösungen fest, damit aus dem Journal keine bloße Fehlerliste wird.
Für Trainer
Bitte gelegentlich um einen Eintrag, den der Spieler freiwillig besprechen möchte. Helft gemeinsam, eine allgemeine Bewertung in eine beobachtbare Frage zu verwandeln. Bewertet weder Schreibstil noch lückenlose Führung. Bei jüngeren Kindern können eine kurze Sprachnotiz oder ein gemeinsames Gespräch praktischer sein.
Für Eltern
Das Journal gehört dem Sportler. Erinnere nur dann daran, wenn das gemeinsam vereinbart wurde. Korrigiere die Einträge nicht und nutze sie nicht als Kontrollheft für Trainingsfleiß. Unterstützung kann auch heißen, einen ruhigen Moment zu ermöglichen.
Was wir noch nicht wissen
Quellen
- Toering, T. T., Elferink-Gemser, M. T., Jordet, G. & Visscher, C. (2009). Self-regulation and performance level of elite and non-elite youth soccer players. Beobachtungsstudie zu Reflexion und Leistungsniveau im Nachwuchsfußball; kein Tagebuchversuch.
- Harkin, B. et al. (2016). Does Monitoring Goal Progress Promote Goal Attainment? A Meta-Analysis of the Experimental Evidence. Experimentelle Evidenz für Fortschrittsbeobachtung in unterschiedlichen Lebensbereichen; keine direkte Tischtennisprüfung.