Feedback & Selbstcoaching

Wie hilft mir ein kurzes Trainingsvideo?

Kurz gesagt

Ein Video wird nützlich, wenn du damit eine konkrete Frage beantwortest und anschließend etwas ausprobierst. Du brauchst dafür nicht dein ganzes Spiel zu zerlegen. Ein kurzer Ausschnitt kann reichen, um deine Erinnerung mit einer sichtbaren Situation zu vergleichen.

Was dahintersteckt

Eine Forschungsübersicht aus dem Schulsport findet Hinweise, dass videobasierte Rückmeldung motorisches Lernen unterstützen kann. Die Wirkung und Alltagstauglichkeit hängen jedoch unter anderem von Aufgabe, Zeit und Anleitung ab. [1]

Eine Forschungsübersicht zur Leistungsanalyse im Sport betont eine weitere Grenze: Sich an besprochene Inhalte zu erinnern bedeutet noch nicht, sie im Spiel anzuwenden. Die Art des Gesprächs, der Zeitpunkt und die Beteiligung der Spieler sind relevante Teile des Lernprozesses. Die bisherige Forschung ist dafür noch begrenzt. [2]

Zusammengenommen ergibt sich unser Vorschlag: Nutze das Video als Ausgangspunkt für eine überprüfbare Handlung. Es soll nicht möglichst viele Fehler liefern. Eine einzige Beobachtungsfrage ist eine praktische Entscheidung für Übersichtlichkeit; die Studien belegen keine allgemeine optimale Anzahl von Fragen.

Am Tisch ausprobieren

Wählt vor dem Filmen eine Frage: „Bin ich nach meinem Aufschlag rechtzeitig wieder spielbereit?“ Nehmt mit Einverständnis der Beteiligten einen kurzen Ausschnitt aus einer passenden Perspektive auf.

Schaue ihn zuerst selbst an und beschreibe, was du erkennst. Vergleicht gelungene und schwierige Situationen. Überlegt gemeinsam eine kleine Änderung und probiert sie direkt aus. Prüft später einen weiteren Ausschnitt unter ähnlichen Bedingungen.

Beobachtungsfrage: Hat sich mein Handeln verändert, oder kann ich nur besser erklären, was ich tun wollte? Hebe den Kontext auf: Ein schneller gegnerischer Rückschlag stellt andere Anforderungen als ein langsamer Ball.

Für Trainer

Lass den Spieler zuerst sprechen. Ergänze Beobachtungen, die sich im Bild tatsächlich erkennen lassen. Ein schlechter Kamerawinkel kann Abstände und Zeitpunkte verzerren. Verbinde die Auswertung mit einer passenden Trainingsaufgabe und prüfe die Umsetzung später auch im freien Spiel.

Für Eltern

Filme nur nach Absprache und kläre, wer das Material sehen darf. Halte Aufnahmen kurz und lösche nicht mehr benötigte Clips. Dein Kind muss nicht nach jedem Training ein Video anschauen oder seine Bewegungen vor anderen rechtfertigen.

Was wir noch nicht wissen

Für Tischtennis fehlen aus diesen Quellen feste Regeln zu Länge, Kamerawinkel und Häufigkeit. Schule und Leistungsanalyse in anderen Sportarten liefern Anregungen, keine fertige Vereinsanleitung. Gerade die längerfristige Übertragung vom Besprechen zum besseren Spielen bleibt eine wichtige Prüffrage. [1, 2]

Quellen

  1. Mödinger, M., Woll, A. & Wagner, I. (2022; online 2021). Video-based visual feedback to enhance motor learning in physical education—a systematic review. Verbindet Hinweise auf motorisches Lernen mit praktischen Bedingungen im Schulsport.
  2. Pearson, A., Webb, T., Milligan, G. & Miller-Dicks, M. (2023, online). The use of video feedback as a facet of performance analysis: An integrative review. Ergänzt Sportpraxis, Spielerbeteiligung und die Grenze zwischen Wissen und tatsächlicher Spielleistung.

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